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Die TU Dresden gehört jetzt zur Elite in Deutschland
Die TU Dresden gehört jetzt zur Elite in Deutschland. Neben der Freude und Erleichterung bei Universitätsführung und Politik gibt es auch kritische Stimmen.
Dresden, 15. Juni 2012
Gespanntes Warten in der Alten Mensa der TU Dresden auf den Beginn der Live-Übertragung der Pressekonferenz aus Bonn, die jedoch aufgrund von technischen Problemen nicht durchführbar war. Ab 15 Uhr finden sich Interessierte im Festsaal ein, um eine halbe Stunde später in Jubel auszubrechen, nachdem Prof. Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden, mit einem lauten „Hurra!“ die Bühne betritt. Seit diesem Zeitpunkt darf sich die TU Dresden offiziell zu den exzellenten Universitäten in Deutschland zählen. Anschließend spricht der Rektor seine Danksagungen aus und erklärt die TU Dresden zu einem „Leuchtturm in der Bildungslandschaft Sachsen“.
Die Erleichterung und Freude des Rektors ist spürbar und nicht zu übersehen. Die Stimmung im Saal des historischen Altbaus scheint ausgelassen. Jedoch finden sich auf dieser Veranstaltung auch kritische Stimmen, die im Vorhinein oft überhört wurden. „Wenn der Freistaat Sachsen eine Leuchtturm-Universität braucht, ist dies ein Zeichen für eine düstere Bildungslandschaft.“ erklärt Andreas Spranger, Geschäftsführer für Hochschulpolitik des StuRa der TU Dresden.
„Der Ministerpräsident Tillich hat der TU Dresden zugesichert, die Stellenkürzungen dort auszusetzen, doch in den restlichen sächsischen Universitäten muss umso mehr Personal abgebaut werden. Diese Ungleichbehandlung führt zu einer Schieflage zwischen den Hochschulen und ist nicht hinzunehmen“, so Spranger weiter.
Seitens der Studierenden gab es in der Vergangenheit immer wieder Bedenken gegenüber der Exzellenzkampagne der TU. Besonders bezüglich der unausgeglichenen Verteilung des Geldes wurde häufig Kritik geäußert, die angekündigte Beteiligung der Studierenden an der Ausgestaltung des „Zukunftskonzeptes“ entpuppte sich als Feigenblatt. Auch die Infoveranstaltungen von der Unileitung konnten die kritischen Studierenden nicht überzeugen, zu oft blieben Fragen offen.
Aus anderen Universitäten, die schon in der vorhergegangenen Periode den Exzellenzstatus erhalten haben, gibt es von Seiten der Studierenden vermehrt Klagen, dass die Lehrqualität unter der Fixierung auf öffentlichkeitswirksame Forschungsvorhaben leidet. „Bei den Studierenden oder Mitarbeiter_innen kommt das Geld nicht an, ein Elitetitel bedeutet keine bessere Ausfinanzierung der Lehre.“, so wird beispielsweise an der FU Berlin die Exzellenzinitiative kritisiert. Vielmehr orientiere sich der Titel an den Maximen wirtschaftlicher Verwertbarkeit und internationaler Sichtbarkeit. „Die Lehre wird auf unmittelbar marktfähige Inhalte reduziert, ein eigenständiges und kritisches Studium ist nicht gewollt und kaum noch möglich.“ gibt Anne Schindler, hochschulpolitische Referentin des AStA der FU zu bedenken.
„Wir hoffen, dass die TU Dresden die Fehler anderer Universitäten nicht wiederholt, und werden die Interessen der größten Mitgliedsgruppe der Hochschule – den Studierenden – gegenüber problematischen Tendenzen in der Prioritätensetzung der Universitätsleitung verteidigen.“, kündigt Spranger an.
