Veranstaltungen Gl

Veranstaltungstipp:

Am Montag, dem 18. Mai 2009 findet im Rektorat der TU Dresden (Festsaal) zwischen 16 und 18 Uhr eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Exzellenz und Chancengleichheit. Wie ernst ist es der TU Dresden mit der Gleichstelllung" statt. Es diskutieren Dr. Eva-Maria Stange, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Christa Cremer-Renz, ehemalige Rektorin der Universität Lüneburg, Daniela Heitzmann, Projektleiterin Gleichstellungsmanagement der TU Dresden, Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, parlamentarischer Geschäftsführer und hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag. Moderation: Dr. Hildegard Küllchen, Frauenbeauftragte der TU Dresden

 

28.04.2009-07.05.2009 Kein Sexismus an Hochschulen. Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie

Erstmals beteiligt sich der Stura der TU Dresden in diesem Jahr an den Aktionstagen. Die von freien Zusammenschluss der studentInnenschaften (fzs) vor einigen Jahren initiierte Veranstaltung steht diesmal unter dem Motto "Bild und Rahmen. Geschlecht und Gesellschaft".

Warum dieses Motto? Der fzs begründet es so "[...] die Erwartungen, welche an das jeweilige Geschlecht gerichtet werden, bilden in unserer Gesellschaft den Rahmen für die Entwicklungsmöglichkeiten und die Begrenzung von Menschen. Das Weltbild unseres Kulturkreise kennt nur zwei Geschlechter - Frauen und Männer. Das diese binäre Geschlechterordnung nur ein mögliches Interpretationsmodell ist, wird daran deutlich, dass andere Kulturen mehr als zwei Geschlechter kennen."

Dem schließt sich das Referat Gleichstellungspolitik gerne an, denn mit der unhinterfragten Akzeptanz des binären Geschlechtermodells werden nicht nur Menschen, die nicht eindeutig einem der Geschlechter "männlich" und "weiblich" zuzuordnen sind oder sein wollen, benachteiligt, sondern auch jene, die mit der Zuordnung zu einem dieser Geschlechter recht gut leben können.

In der Motto-Begründung des fzs heißt es dazu weiter: "So werden Frauen und Männern nach wie vor andere Fähigkeiten (z.B. Durchsetzungs- oder Leistungsfähigkeit) zugeschrieben. Diese sogenannten Stereotypen beschränken Frauen und Männer in ihren Entwicklungsmöglichkeiten und legen darüber hinaus auf bestimmte Rollen fest. [...] Weder für Frauen noch für Männer ist es derzeit möglich ein Leben nach ihren Vorstellungen zu führen, beide stoßen an die Grenzen ihrer Geschlechterrollen. Um diese Grenzen aufzubrechen, ist es notwendig, sich mit den eigenen Stereotypen auseinanderzusetzen."

Und genau das will das Referat Gleichstellungspolitik mit folgenden Veranstaltungen tun beziehungsweise anregen:

 

Dienstag, 28.04.2009, 19.30 Uhr, Frauenbildungszentrum Dresden, Oskarstraße 1:

Podiumsdiskussion “Was heißt Frausein heute?”

Es diskutieren Barbara Feichtinger (Projektkoordinatorin Frauenbildungszentrum Dresden), Gunna Bohne (Vorkämpferin der Dresdner Frauenbewegung), Janett Schmiedgen (Referat Gleichstellungspolitik, Stura TU Dresden), Antje Hintze (Landespfarrerin der kirchlichen Frauenarbeit).

Veranstaltung in Kooperation mit dem Frauenbildungszentrum „Hilfe zur Selbsthilfe"

 

Dienstag, 05.05.2009, 20.00 Uhr, Kino im Kasten, Hörsaal 3, August-Bebel-Straße 20:

Film "Breakfast on Pluto"

1958 wird Patrick in Nordirland als Resultat eines "Fehltritts" des Dorfgeistlichen geboren. Er wächst bei einer Pflegemutter auf: der boshaften, trinkfesten Chefin des örtlichen Pubs. Früh entdeckt Patrick eine Vorliebe für die Kleider und Lippenstifte. In seinen Teenager-Jahren, als Glam-Rocker mit beträchtlichem Mascara-Verbrauch, legt Patrick sich immer wieder mit den dörflichen Autoritäten an - bis er auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter das bigotte Irland verlässt und nach London geht. Doch "Kitten" findet sich nur schwer in dem grausam-grotesken Leben der Metropole zurecht. Die Suche nach seiner Mutter gestaltet sich zu einer wahren Odyssee.

Veranstaltung in Kooperation mit dem Kino im Kasten

 

Mittwoch, 06.05.2009, 16.40-18.10, Hörsaalzentrum E05:

Vortrag von Dipl. Soz. Daniela Heitzmann: “Genderprofessor/innen im ‘Wissenschaftsspiel’ - Frauen- und Geschlechterforschung im Spannungsfeld von Politik und Wissenschaft”

Im Jahr 1987 wurde in Frankfurt am Main die erste ordentliche Frauenforschungsprofessur an einer deutschen Universität eingerichtet. Ein Meilenstein für die Frauen- und Geschlechterforscherinnen, die hierum 13 Jahre gekämpft hatten. Es ging nicht „nur“ um die institutionelle Verankerung eines neuen Wissensbereiches in der Universität, vielmehr waren die Protagonisten Frauen und damit historische „Neulinge“ im Wissenschaftsfeld, die zudem einen Topos aufbrachten, der an den Grundfesten der Wissenschaft – der Geschlechterordnung – rütteln wollte (und es immer noch tut).
Mit ihren feministischen Wurzeln bot die Frauenforschung von Beginn an eine breite Angriffsfläche, denn seit Max Weber ist nichts verpönter als der Ruch des Politischen in der – sich als „objektiv“ verstehenden – Wissenschaft. Doch disqualifiziert sich die Frauen- und Geschlechterforschung in diesem Sinne wirklich als „unwissenschaftlich“? Wie gestaltet sich der Balanceakt zwischen feministischem Anspruch und akademischen Erfordernissen? Welche Rolle kommt hierbei den Genderprofessorinnen auf der reputationsträchtigsten und damit machtvollsten Position in den deutschen Universitäten zu?

Der Vortrag findet im Rahmen der 3. Ringvorlesung politischer Hochschulgruppen an der TU Dresden unter dem Thema „Wissenschaft und Politik – ein Wechselspiel in Geschichte und Gegenwart“ statt.

 

Donnerstag, 07.05.2009, 16.40-18.10, Hörsaalzentrum E03:

Vortrag von Maike Bußmann: "Geschlecht als soziale Konstruktion. Entstehung, Funktion und Wandel eines binären Codes"

Der im Jahr 2000 erschienene „Ratgeber“ Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken von Allan und Barbara Pease ist ein Beispiel dafür, wie Geschlechterunterschiede mit biologischen Argumenten begründet und damit als unverrückbar festgelegt werden. Im Vortrag werden solche im Alltag verbreiteten Annahmen in zwei Schritten dekonstruiert: Mit Thomas Laqueur wird zuerst gezeigt, dass das (Wissens-)System der „Zweigeschlechtlichkeit“ ein historisches Produkt des 18. Jahrhunderts ist. In Zeiten des historischen Umbruchs hatte die wissenschaftliche „Entdeckung“ und Hervorhebung der biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau die Funktion, der hierarchischen Geschlechterordnung eine neue Legitimationsbasis zu geben. Im zweiten Schritt wird exemplarisch veranschaulicht, wie in Sozialisationsprozessen und sozialen Interaktionen – dem doing gender – genau diese Unterschiede und Klassifikationen für „männlich“ und „weiblich“ erst sozial und kulturell hergestellt werden. Die in solchen Prozessen zugeschriebenen und angenommenen Eigenschaften können dann als „natürliche“ Charaktere für die Legitimation und Aufrechterhaltung der Geschlechterordnung herangezogen werden. Resümierend wird die Frage diskutiert, ob man Geschlechterdifferenz auch ohne die damit verbundene soziale Ungleichheit denken kann. Dies scheint nur durch eine „symbolische Revolution“ (Pierre Bourdieu), einen Ausbruch aus der „Zwangsheterosexualität“ und einen radikalen Bedeutungsverlust der Kategorie Geschlecht (Judith Lorber) möglich zu sein.

Weitere Infos zu den Aktionstage gibt's beim fzs unter http://www.kein-sexismus.de/