13. Februar

Rechte und Neonazis im Februar

 Ich muss etwas tun! - Hans Scholl, "Weiße Rose"

 

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NOTE: ENGLISH VERSION BELOW
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Zusammenfassung:
Neonazis und Rechte werden versuchen den Jahrestag der Bombardierung Dresdens zu missbrauchen. Wie du dich dagegen einsetzen kannst:
 
– Mo, 11.02.19, um 19 Uhr im HSZ/E01, Lesung "Gedenken abschaffen?" zur kritischen Auseinandersetzung mit der Erinnerungskultur
– Mi, 13.02.19, ab 17 Uhr in der Innenstadt, Menschenkette
– Fr, 15.02.19, vmtl. 18:30 Uhr, Lingner-Allee, Neonazi-Aufmarsch und Gegendemo
 
Februar, das heißt nicht nur Prüfungsphase, sondern auch, dass leider wieder Nazis durch unsere Stadt marschieren wollen. Anlass dafür ist die Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im Jahr 1945. Das Gedenken daran wird von Rechten bis hin zu Rechtsextremen und Neonazis seit jeher genutzt, um mit Opferzahlen fernab der Realität die deutsche Kriegsschuld herunterzuspielen, den deutschen Opfermythos zu pflegen. In der Vergangenheit wurde in diesem Rahmen sogar der Holocaust geleugnet. Hintergründe hierzu haben wir auf unserer Webseite unter https://stura.link/13februar für dich zusammengestellt.
Es ist wichtig, sich kritisch mit den Geschehnissen dieser Zeit und ihrer Verklärung auseinanderzusetzen, um so diesem krassen Geschichtsrevisionismus entgegenzutreten. Der StuRa ist seit Langem Mitglied im Bündnis Dresden Nazifrei, welches Veranstaltungen und Protest gegen die sog. "Trauermärsche" mit ihren rassistischen, menschenverachtenden und antisemitischen Parolen organisiert bzw. darüber informiert.
Wir sagen jetzt schon einmal Danke an alle, die sich rund um den 13. Februar dafür einsetzen, dass dieses Datum nicht von Nazis und Rechten vereinnahmt wird, sondern wir alle aus der Vergangenheit die mahnende Lehre ziehen: Nie wieder Faschismus! Werde auch du aktiv – wir sehen uns!
 
Dein Referat WHAT und das Team für Kommunikation, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
vom StuRa TU Dresden
 
 
[1] MONTAG, 11.02.2018 #dd1102
Gedenken abschaffen? | 19:00 | Hörsaalzentrum, Raum E01
Das Autor:innenkollektiv Dissonanz hat eine Vielzahl an Essays und Texten über den 13. Februar gesammelt und in ein Buch verpackt, dass den Titel "Gedenken abschaffen?" trägt. Daraus lesen einige Autor:innen der Gruppe am Montagabend vor, um mit dir und allen anwesenden im Anschluss über die Erinnerungskultur zu diskutieren. Organisiert wird die Veranstaltung von unserem Referat WHAT. Mehr Infos gibt es hier: https://www.facebook.com/events/2218407175080877/
 
[2] MITTWOCH, 13.02.2018 #dd1302
Menschenkette am 13. Februar 2019 | 17:00 | Innenstadt
Eine der zentralen Gedenkveranstaltungen ist die jährliche Menschenkette, bei der Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert und unser Rektor Prof. Hans Müller-Steinhagen zum stillen Gedenken an die Verbrechen und Toten des Zweiten Weltkriegs aufrufen. Mehr Infos gibt es hier: https://13februar.dresden.de
 
[3] FREITAG, 15.02.2018 #dd1502
Für den Freitag mobilisiert die lokale Neonazi-Szene für einen Aufmarsch. Aktuell ist noch nicht viel bekannt, vermutlich wird es ab 18:30 Uhr an der Lingner-Allee losgehen. Es wird Gegenprotest geben, halte dich dazu bitte selbst auf dem Laufenden.
 
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NOTE: ENGLISH VERSION
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Summary:
Neo-Nazis and the Right will once again try to abuse the anniversary of the bombing of Dresden. Here's what you can do against it:
 
– Mo, 11.02.19, at 19 o'clock in the HSZ/E01, public reading of the book "Abolish remembrance?" with following critical discussion about the culture of remembrance
– Wed, 13.02.19, at 17 o'clock in the city center, Human Chain
– Fri, 15.02.19, unknown time in the Lingner-Allee, neo-Nazi march and counter-protest
 
 
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Dear students,
 
February is not only the time of examination at TU Dresden. In this month Nazis want to march through our city again. The reason for this is the bombing of Dresden by the Allies in 1945. The remembrance of these events are used by the Right, right-wing extremists and neo-Nazis to play down the German war guilt. Using fake, overexaggerated numbers of victims, they are trying to cultivate the myth of Germans as victims. In the past some of them denied the Holocaust.
It is important to take a critical look at the past in order to oppose the blatant revisionism of history today. The StuRa has long been a member of the Alliance "Dresden Nazifrei" (Dresden Nazi free),
which organizes and informs about events and protests against the so-called "funeral marches" with their racist, inhuman and anti-Semitic slogans.
We would like to say thank you to all those who get involved around 13 February to ensure that this date is not taken over by Nazis and the right, but that we all learn the warning lesson from the past: Never again! Get involved, too!
 
Your department WHAT and the team for communication, press and public relations work
from StuRa TU Dresden
 
 
[1] Monday, 11.02.2018 #dd1102
Abolish remembrance? | 19:00 Lecture Hall Center, Room E01
Some of the authors will read from their book "Gedenken abgeschaffen?" ("Remembrance Abolished?") to discuss the culture of remembrance with you and all of those present. The event will be organized by WHAT. More information can be found here: https://www.facebook.com/events/2218407175080877/
 
[2] Wednesday, 13.02.2018 #dd1302
Human chain on February 13, 2019 | 17:00 | City Center
One of the central commemoration events is the annual human chain, at which Dresden's Mayor Dirk Hilbert and our Rector Prof. Hans Müller-Steinhagen call for silent remembrance of the crimes and deaths of the Second World War. More information can be found here: https://13februar.dresden.de
 
[3] Friday, 15.02.2018 #dd1502
For Friday, the local neo-Nazi scene mobilizes for a march. At the moment not much is known, probably it will start from 18:30 o'clock at the Lingner-Allee. There will be counter-protest. Please inform yourselves via the channels we provided.
 

 

HINTERGRÜNDE ZUM 13.02. UND ZU DRESDENS ERINNERUNGSKULTUR (Some background information about 13 February | German only)

Am 13. Februar 1945 begannen gegen 22 Uhr alliierte Bomber die schwersten Luftangriffe auf Dresden, die in den folgenden Tagen bis zum 15.02. zur weitestgehenden Zerstörung der Innenstadt führten. Schon Stunden nach dem Angriff wurde die Propaganda-Maschinerie der NSDAP aktiv: Göbbels vervielfachte die Opferzahlen und begründete den Opfermythos der "unschuldigen Kulturstadt". Von 1946 an hat sich daraus eine besondere Form der Erinnerungskultur rund um dieses Datum entwickelt, obwohl Dresden keine unschuldige Stadt war und andere Städte viel stärkeren Bombardierungen ausgesetzt waren. Es läuten beispielsweise seit jeher am Jahrestag alle Glocken der Dresdner Kirchen zum Zeitpunkt des ersten Fliegeralarms.
 
Zwar änderte sich in der DDR über Jahrzehnte die Form der Erinnerung, vor allem, um die Luftangriffe für Propaganda im Kalten Krieg zu nutzen, jedoch kam es nach der Wende in den 90er Jahren zu einer noch beunruhigenderen Entwicklung. Neonazis begannen die Deutungshoheit über die Ereignisse für sich zu beanspruchen und stießen kaum auf Widerstand der Stadt und ihrer Zivilgesellschaft. Jahr für Jahr nutzen mehrere hundert alte und neue Nazis dieses Datum, um auf sogenannten "Trauermärschen" rassistische, menschenverachtende und antisemitische Parolen auf die Straße zu bringen. Sie verdrehen die Geschichte, indem sie die deutsche Kriegsschuld herunterspielen und deutsche Täter zu Opfern stilisieren.
 
Die Reaktionen darauf waren zunächst gering. So brauchte es einen Boykott der Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof durch jüdische Verbände, bis Stadt, Ordnungsamt und Polizei auffiel, dass es keine gute Idee ist, Neonazis an der Synagoge entlang laufen zu lassen und die NPD ungestraft Kränze der jüdischen Gemeinde verdecken zu lassen. Erst nachdem die Märsche mit über 6500 Teilnehmern Mitte der 2000er Jahre gipfelten, organisierte sich Widerstand. Unter dem Namen "Dresden Nazifrei" stellt sich seit 2010 ein breites Bündnis entgegen, das Menschen vereint, die die Neonazi-Aufmärsche verhindern möchten. Auch der StuRa ist Mitglied in diesem Bündnis. Trotz Kriminalisierung und illegaler Repression gegen die Aktivist:innen gelang es nur durch Massenblockaden, die Anzahl der Neonazis auf unter 1000 zu drücken.
Den Holocaust zu leugnen widerspricht den Fakten und muss in jeder nicht-faschistischen Gesellschaft entschiedenen Widerstand hervorrufen. Durch Wegschauen wird es schlimmer.
 

 

 

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