PM: CDU stellt Campuslinie infrage – Studierendenrat stellt den Bedarf dar und kritisiert widersprüchliche Verkehrspolitik

Der Studierendenrat der TU Dresden zeigt sich irritiert darüber, dass die CDU Dresden die seit Jahrzehnten vorbereitete Campuslinie im Planungsabschnitt 1.3 vom Nürnberger Platz bis zum Wasaplatz laut Presseberichten infrage stellt. Für die Studierendenschaft ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil einer modernen und nachhaltigen Erschließung des Universitätscampus. Die geplante Straßenbahnverbindung würde die überlastete Buslinie entlang des Kerncampus entlasten und die Erreichbarkeit des Campus deutlich verbessern. Angesichts dieser Bedeutung ist es für den Studierendenrat unverständlich, dass ausgerechnet für dieses Projekt jetzt ein Planungsstopp gefordert wird.

Besonders befremdlich wirkt dies vor dem Hintergrund der jüngsten ÖPNV‑Kürzungsdebatten. Die Studierenden gehören zu den verlässlichsten Zahlenden des öffentlichen Nahverkehrs; rund 25.000 Studierende tragen über das Solidarsemesterticket kontinuierlich zu den Einnahmen des Verkehrsverbundes bei. Außerdem besteht für die tausenden Angestellten der Universität die Möglichkeit ein Job-Ticket zu beziehen. Die erneute Infragestellung eines zentralen Infrastrukturprojekts trifft daher genau jene Gruppe, die den ÖPNV tagtäglich stützt.

Zugleich stellt der Studierendenrat die politische Konsistenz der CDU infrage. Während die Campuslinie mit Verweis auf die Haushaltslage als nicht finanzierbar dargestellt wird und sogar weitere Kürzungen im Angebot der DVB gefordert werden, hat dieselbe Fraktion dem deutlich teureren vierspurigen Wiederaufbau der Carola‑Brücke zugestimmt – ohne dass hierfür ein konkreter Bedarf nachgewiesen wurde. Diese Prioritätensetzung wirft Fragen auf, die aus Sicht der Einwohner*innen dringend beantwortet überdacht werden müssen.

„Wir bedauern, dass die CDU die langjährige Planung der Campuslinie plötzlich in Zweifel zieht. Für uns ist sie eine notwendige Investition in eine zukunftsfähige Mobilität der gesamten Hochschulstadt“, erklärt Cao Son Ta vom Referat Mobilität des Studierendenrates. „Dass gleichzeitig ein verkehrswissenschaftlich nachgewiesener nicht notwendiger vierspurige Neubau der Carolabrücke unterstützt wird, während ein nachweislich benötigtes ÖPNV‑Projekt blockiert werden soll, ist für uns nicht nachvollziehbar und sendet ein fatales Signal an alle, die auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. Im Rahmen der aktuellen Diskussion zu den Kürzungen, ist das ein weiterer Schlag ins Gesicht jedes Nutzenden." ergänzt Franziska Kossatz, Geschäftsführerin Hochschulpolitik und schließt ironisch folgendermaßen ab: "Statt der Campuslinie soll nach aktueller Mehrheitsmeinung im Stadtrat nun das bewährte Konzept auf dem Zelleschen Weg des überfüllten ÖPNVs mit den im Raum stehenden Kürzungen stadtweit ausgerollt werden.“

Der Studierendenrat fordert daher eine klare politische Entscheidung zugunsten der Campuslinie und einen zügigen Baubeginn. Schon heute sind die Busse in Richtung Campus überfüllt, und jede weitere Verzögerung verschärft die Situation sowohl für die Anwohner als auch für die Studierenden und Beschäftigten der Universität weiter. Eine moderne Wissenschafts- und Industriestadt braucht einen leistungsstarken, attraktiven und verlässlichen öffentlichen Personennahverkehr – und keine erneuten Rückschritte.

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