Vortrag: Prof. Dr. Rolf Pohl: “Männlichkeitskrise und die Re- Souveränisierung des Mannes. Zur Sozialpsychologie von Sexismus, Rassismus und Gewaltbereitschaft”

Datum: 
Dienstag, 8. Mai 2018 - 16:40 - 18:10
Ort: 
WIL/A221
Veranstaltet von: 
Referat politische Bildung
Die verbreitete, mit antifeministischen Schuldzuweisungen erhobene Klage über die "Krise der Männlichkeit“ ist ein verschobener, von der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Konflikten ablenkender Diskurs. Die Nähe dieses Diskurses zum Rechtspopulismus weist auf den engen Zusammenhang von Sexismus und Rassismus in der „Mitte“ der deutschen Gesellschaft hin. Die völkische Sehnsucht nach einer nationalen Einheit ohne Fremde und der Hass auf “Feminismus” und “Genderismus” sind dabei stark mit dem Wunsch nach einer “notfalls” auch gewaltbereiten Wiedergewinnung männlicher Souveränität und Überlegenheit verbunden. Vor diesem Hintergrund ist die Aufregung selbsternannter Beschützer deutscher Frauen über die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln 2015/16 heuchlerisch, solange dieser Zusammenhang beschwichtigt, verharmlost und verleugnet wird. Auch die allmählich einschlafende #MeToo-Debatte wird daran grundsätzlich nichts ändern.