Workshop »Rassismus und Sprache«

Datum: 
Samstag, 15. Juni 2013 - 12:00 - 16:00
Ort: 
AZ Conni, Rudolf-Leonhard-Str. 58, 01099 Dresden
Veranstaltet von: 
festival contre le racisme

Rassismus und Sexismus gehören leider zum gesellschaftlichen Alltag in Deutschland. Es bedarf daher einer kritischen Auseinandersetzung mit diesen Diskriminierungsformen. Besonders wichtig ist die Reflexion der eigenen Positioniertheit in dieser Gesellschaft, die sowohl privilegiert als auch deprivilegiert sein kann. In zwei angeleiteten Workshop-Modulen werden auf unterschiedliche Ebenen Rassismen und Sexismen auf der Grundlage von postkolonialem Feminismus hinterfragt.
Die Module dauern jeweils anderthalb bis zwei Stunden und sollten zusammen besucht werden. Sie eignen sich für alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt innerhalb der weißen Mehrheitsgesellschaft verorten.

1. Einführung in die Thematik „Rassismus und Sprache“ (Vortrag)
Sprache ist kein neutrales, passives Medium, mit dem gesellschaftliche Wirklichkeiten ›objektiv‹ abgebildet werden. Stattdessen stellen Menschen u.a. durch ihre Wortwahl und ihren Sprechstil unterschiedliche Sichtweisen und Wirklichkeitsvorstellungen aktiv her. Auch wenn die diskriminierende Wirkung von Sprachhandlungen in der öffentlichen Wahrnehmung oft auf Schimpfwörter beschränkt wird, kommt sprachliche Diskriminierung weit häufiger vor, als es zunächst scheint. Während manche Begriffe in jeder Verwendung im deutschsprachigen Raum heute rassistisch sind, werden andere erst im Kontext und die Art ihrer Verwendung rassistisch aufgeladen. Rassismus hat viele unterschiedliche Dimensionen, sprachliche Be_Nennungspraktiken sind eine sehr wichtige, die kontinuierlich realisiert wird – sowohl im Sprechen als auch im Nicht-Sprechen, im Wegsehen und Schweigen.

2. Rassismus auf gut Deutsch (Sprachanalyse/Textarbeit)
Im zweiten Teil des Workshops werden wir an den oben genannten Vortrag „Rassismus und Sprache“ anschließen und uns mit Sprachanalysen zu konventionalisiert rassistischen Begriffen und Be_Nennungen beschäftigen und unser Wissen vertiefen. Anhand konkreter Begriffsbeispiele wie »Afrika«, »Europa«, und »Orient« und Be_Nennungen wie »Schwarze_r«, »Ausländer_in« und »Migrant_in« usw. Zeigt die Referentin auf, wie sprachliche Rassismen analysiert werden können und mit welchen rassistischen Konzepten diese Begriffe verbunden sind. Es gibt viele verschiedene Formen die eigenen Sprachhandlungen zu verändern, den eigenen Sprachgebrauch zu reflektieren und sich Sprache neu anzueignen – in einer eigenständigen Textanalyse sollen einige Beispiele erarbeitet werden.

Referentin: Als Referentin haben wir M.A. Natasha A. Kelly gewinnen können. Sie bezeichnet sich selbst als "Academic Activist" und ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterforschung an der Humboldt Universität Berlin.

Anmeldung: der Workshop ist auf 20 Plätze beschränkt, um eine Anmeldung unter festival@stura.tu-dresden.de wird daher gebeten.

Weitere Infos: https://www.stura.tu-dresden.de/festival