Irgendwo in diesem Dunkel

Datum: 
Dienstag, 19. November 2019 - 19:00
Ort: 
Förderverein für das Erich Kästner Museum / Dresdner Literaturbüro e.V. Literaturhaus Villa Augustin Antonstraße 1, Dresden
Veranstaltet von: 
Das Erich Kästner Haus für Literatur e.V.

Natascha Wodin stellt im Rahmen der Reihe Sprachen machen Leute ihren neuen Roman vor.

In Sie kam aus Mariupol, ausgezeichnet mit dem Preis der Leipziger Buchmesse, hat Natascha Wodin ihrer Mutter ein berührendes literarisches Denkmal gesetzt. Jetzt lässt sie ein Buch folgen, das an den Freitod der Mutter 1956 anschließt. Erzählt wird die Zeit, als die ältere der beiden Töchter sechzehn ist. Sie lebt beim Vater in den "Häusern" am Fluss, abseits vom deutschen Städtchen, unter Verschleppten und Entwurzelten in einer Welt außerhalb der Welt. Als Tochter ehemaliger Zwangsarbeiter im Nachkriegsdeutschland wird sie misstrauisch beäugt und gemieden von den Deutschen.

Es ist eine ungeheuerliche Geschichte der Ort- und Obdachlosigkeiten, erzählt in der klaren, um Sachlichkeit bemühten und doch von Emotion und Poesie getragenen Sprache Natascha Wodins, die ihresgleichen sucht.

Natascha Wodin wurde als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter geboren und wuchs in Lagern für Displaced Persons auf. In den achtziger Jahren lebte sie vorübergehend in Moskau. Sie übersetzte Literatur aus dem Russischen ins Deutsche, unter anderem Wenedikt JerofejewJewgenia GinsburgAndrej BitowPawel Sanajew, seit 1980 ist sie freie Schriftstellerin.

Sie hat zahlreiche, sehr erfolgreiche Romane geschrieben: u.a. Nachtgeschwister und fremdes Land.

Ihr Werk ist u.a. mit dem Hermann-Hesse-Preis, Andreas-Gyphius-Preis und dem Brüder-Grimm-Preis der Stadt Hanau ausgezeichnet worden.

Die Lesereihe Sprachen machen Leute zeigt nicht nur schlechthin, wie facettenreich die deutsche Literatur ist, sondern beweist auch, auf welch großartige Weise die zugewanderten Schriftsteller die deutsche Literatur bereichern.