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Ein überwältigendes Erlebnis

Tausende Studierende demonstrieren für eine freie Bildung und studentische Mitbestimmung und bringen Ministerin Stange in Erklärungsnöte.

10000 Studierende aus ganz Sachsen können nicht überhört werden und stellten dies am gestrigen Donnerstag auch eindrucksvoll unter Beweis. Mit äußerst kreativen Transparenten und leicht zweckentfremdeten Gegenständen bewaffnet, demonstrierte ein buntes Meer, bestehend aus gutgelaunten Studierenden, Schülern und Hochschulmitarbeitern, friedlich für die Beibehaltung ihrer Mitspracherechte, gegen eine Übergabe der Dienstherreneigenschaft über die Hochschulmitarbeiter an die Hochschulleitungen und gegen die Errichtung autoritärerer Entscheidungsstrukturen im Hochschulbetrieb. „Die Studierenden haben eindrucksvoll klar gemacht, dass es sich bei ihnen um mündige Erwachsene mit dem Willen zur Mitgestaltung und nicht um duckmäuserische Gnadenempfänger handelt“ so Michael Moschke, Geschäftsführer für Hochschulpolitik des Studentenrates der TU Dresden.

Besonders die, offensichtlich von der puren Zahl an Demonstranten gänzlich überraschte, Ministerin Stange bekam diese Entschlussfestigkeit zu spüren als sie auf dem Landtagsvorplatz bemüht war gegen den geballten Unmut der Studierenden anzuschreien und ihnen Unwissenheit über den Gesetzesinhalt vorwarf. Ihr, maßgeblich am Gesetz beteiligter, Vorgesetzter Georg Milbradt zog es indes vor, sich den 10000 potentiellen Wählern lieber gar nicht erst zu stellen. Der Referent für Hochschulpolitik der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Robert Haase, sprach indes aus, was alle sächsischen Hochschulpolitiker dachten: „2300 Studierende aus Chemnitz, Leipzig, Freiberg, und Zwickau, 1000 Teilnehmer von unserer Hochschule, bis zu 7000 Teilnehmer von der TU Dresden, den Schulen und den Gewerkschaften. Damit haben wir unsere Erwartungen weit übertroffen! Das Gesetz ist noch nicht gekippt, aber wir haben gezeigt, was wir auf dem Kasten haben.“ Sein ausdrücklicher Dank galt allen, denen der Erfolg der Demonstration durch ihre bedingungslose Einsatzbereitschaft im Vorfeld des Großereignisses zu verdanken ist und ganz besonders den Fachschaftsräten der HTW. Auch Michael Moschke war von der immensen Unterstützung so vieler Studierender der TU Dresden bei der Vorbereitung gerührt. „Diese Menschen haben kompromisslos bis zur Erschöpfungsgrenze gearbeitet und immer neue kreative Ideen entwickelt und umgesetzt. Das zu erleben war einfach wunderbar und das ganze ein überwältigendes Erlebnis“ so Moschke.