An der TU Dresden mehrt sich Kritik am Versuch von CDU und FDP, die bisherigen Planungen zum Umbau des Zelleschen Wegs im Stadtrat zu kippen
In einer ausführlichen Stellungnahme 1 kritisieren das Referat Mobilität und die TU-Umweltinitiative (tuuwi) des StuRa den Vorstoß der beiden Stadtratsfraktionen scharf. Dieser sieht vor, dass die 2016 beschlossene Verbreiterung der Rad- und Fußwege deutlich geringer ausfällt und die Fahrstreifen für Autos nun auf Kosten von Grün- und Freiflächen des Campus verbreitert werden sollen. Nicht nur bei der Studierendenvertretung stößt das auf Widerstand, der Rektor und Dekane 2 der Uni haben sich ebenfalls klar gegen den Antrag positioniert.
Vor drei Jahren konnte trotz begrenztem Platz ein Kompromiss zur Neugestaltung des Zelleschen Weges im Rahmen des Projektes „Stadtbahn 2020“ gefunden werden. Derzeit lädt die laute, breite Straße zum Rasen ein, macht das Überqueren abenteuerlich und zerteilt den Campus. In Zukunft soll der öffentliche Raum in nur noch zwei überbreite Fahrspuren, Grünstreifen, die Trasse einer neuen Straßenbahnlinie von Löbtau nach Strehlen, sowie breitere Fuß- und Radwege aufgeteilt werden. Verkehrssimulationen haben gezeigt, dass diese Variante für den Autoverkehr genauso leistungsfähig ist wie der breitere Vorschlag von CDU und FDP.
„Die Kreuzungen sind der limitierende Faktor für den Verkehrsfluss, nicht die Anzahl an Fahrstreifen“, erklärt David Färber vom Referat Mobilität, der selbst Verkehrswissenschaften studiert. Diese Tatsache ignorieren jedoch CDU und FDP, deren Antrag eine Verbreiterung auf vier Fahrstreifen vorsieht. Dafür soll sich der Radverkehr mit Breiten unterhalb der Regelwerte begnügen, zusätzliche Bäume müssten gefällt werden und der Erdwall vor der SLUB weichen. Höhere Kosten und mehr versiegelte Fläche wären ebenso die Folge.
„Das ist für uns einfach nicht nachvollziehbar, da für Autos offensichtlich kein Vorteil und ansonsten nur Nachteile entstehen“, sagt Till Schreiner von der tuuwi. „Wir fragen uns, ob dieser Antrag auch gestellt worden wäre, wenn die Antragsteller jeden Tag, wie Tausende Studierende, zu Fuß oder mit dem Rad am Zelleschen Weg unterwegs wären.“
Es wäre daher fatal, den eingebrachten Antrag anzunehmen. In einem Brief an den Oberbürgermeister kommen die Dekane der anliegenden Fakultäten zum selben Schluss. Auch Prof. Hans Müller-Steinhagen stellt sich mit deutlichen Worten hinter die Studierendenvertretung und Dekane seiner Universität:
„Als Rektor der TU Dresden unterstütze ich die Argumentation des Studierendenrates und appelliere an die Mitglieder des Stadtrats, für die ursprüngliche Planung zu stimmen und sich damit für die Sicherheit der 45.000 Beschäftigten und Studierenden der TU Dresden einzusetzen.“
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