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Der Studierendenrat der TU Dresden kritisiert die geplanten Kürzungen im Stadtrat

Marco Lehner

Der Studierendenrat der TU Dresden kritisiert die geplanten Kürzungen im Stadtrat und sieht massive, negative Konsequenzen für Dresden als Hochschulstandort.

Bereits jetzt wird die Zukunft der Campuslinie infrage gestellt. Schon das stellt eine aktive Sabotage der Erweiterungspläne der TU Dresden dar, die plant, einen Standort in Reick zu eröffnen. Nachdem vor kurzem weitere Kürzungen für den Nahverkehr angekündigt wurden, drohen darüber hinaus nun weitere Einschnitte für wichtige Linien im Süden Dresdens. So soll die Linie Acht nicht mehr auf den Campus fahren, die Straßenbahnhaltestelle Südvorstadt damit eingestellt werden. Damit nicht genug, wird noch der Takt der Linie 85 ausgedünnt, die insbesondere für die Informatikfakultät und die Fakultät der Elektrotechnik bedeutend ist. Die beiden Fakultäten arbeiten eng mit der Halbleiterindustrie zusammen, die für Dresden unverzichtbar ist.

Cao Son Ta, Mitglied des Referats Mobilität, fasst den Planungsstand zusammen:

„Wenn der Stadtrat planen würde den Campus und die Universität von der Innenstadt zu trennen, würde er eine richtig gute Arbeit machen.“

Dabei ist die Universität auch für die DVB wichtig. So finanzieren allein die Studierenden der TU Dresden den Verkehrsverbund Oberelbe über das Semesterticket mit circa 11,3 Millionen Euro im Jahr.

Auch die weiteren Einstellungen und Ausdünnungen von Linien kritisiert der Studierendenrat scharf. Denn nicht nur die Hauptlinien sind wichtig, um durch die Stadt zu kommen, auch ein dichtes Netz an kleineren Linien ist notwendig, damit alle Stadtviertel gut erreichbar bleiben. Dieses Netz ist ein sehr wichtiges Argument für Dresden als Wohnort und sollte auf keinen Fall verschwinden.

Die jüngsten Vorschläge reihen sich in eine Historie von Fehlentscheidungen ein. So plant der Stadtrat, die Carolabrücke mit vier Spuren wieder aufzubauen, was mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist. Mehrere Professor*innen haben dem Stadtrat geraten von diesem Plan abzusehen, da sich das Verkehrsaufkommen der Brücke, vor deren Einsturz bereits fast halbiert hatte. Mehrkosten können auch auf die Stadt zukommen, wenn sie die Campuslinie - wie vorgeschlagen - nicht zu Ende baut. Dadurch würde eine Rückzahlung von Fördergeldern drohen und der Betrieb der Linie mit einem Umweg würde einen immensen, dauerhaften Mehraufwand bedeuten.

Wenn man betrachtet, welche sinnlosen und teuren Pläne der Stadtrat zur Umsetzung bringen will, scheint wohl genug Geld da zu sein. Nur eben nicht für eine für uns Dresdner*innen und vor allem für uns Studierende sinnvolle Verkehrspolitik“, kommentiert Leander Heydenreich im Referat Mobilität die Politik des Stadtrats.

Dem Studierendenrat ist die Haushaltslage der Stadt bewusst. Die geplanten Einsparungen werden die Lage aber nur verschlimmern, da sie Dresden als Wirtschafts-, Bildungs- und Wissenschaftsstandort direkt angreifen. Im Gegenteil kann eine bessere Verkehrspolitik sogar mehr Studierende, Mitarbeitende und Unternehmen anziehen, was die Lage der Stadt verbessern würde.

Weiter kritisiert der Studierendenrat die Vorhaben, in sozialen und kulturellen Angeboten noch weiter zu sparen. „Für uns funktioniert nur beides: eine starke Verkehrspolitik und soziale Angebote. Nur so kann Dresden eine lebenswerte Stadt bleiben“, ergänzt Franziska Kossatz, Geschäftsführerin für Hochschulpolitik.

Alle Angebote erhalten und eine sinnvolle Verkehrspolitik betreiben - beides ist möglich, wenn der Stadtrat die Expertenmeinungen ernst nimmt und Dresden voranbringen möchte.

Für weitere Auskünfte kontaktieren Sie uns gerne unter mobilitaet@stura.tu-dresden.de.